Etiketten richtig lesen lernen

Inhaltsstofflisten in der Hautpflege können kompliziert wirken, aber man braucht kein Chemie-Studium, um die Grundlagen zu verstehen. Hier erfahren Sie, wo Sie anfangen können.

Etiketten richtig lesen lernen

Eine Liste von Hautpflege-Inhaltsstoffen kann einschüchternd wirken.

Lange Namen. Unbekannte Begriffe. Lateinische Pflanzennamen. Inhaltsstoffe, die man kaum aussprechen kann.

Es ist leicht zu glauben, dass ein komplizierter Name auch etwas Kompliziertes bedeuten muss oder dass ein vertraut klingender Inhaltsstoff automatisch besser ist.

Beide Annahmen sind nicht verlässlich.

Ein paar Grundlagen zu lernen kann helfen, Inhaltsstofflisten viel besser zu verstehen.

Sie müssen nicht jeden einzelnen Inhaltsstoff kennen.

Sie müssen lediglich wissen, was Sie vor sich haben und welche Fragen Sie stellen sollten.

Was ist eine Inhaltsstoffliste?

Eine Liste kosmetischer Inhaltsstoffe gibt an, welche Bestandteile in einem Produkt enthalten sind.

In der Europäischen Union verwenden kosmetische Produkte standardisierte Inhaltsstoffnamen, bekannt als INCI-Bezeichnungen, um über verschiedene Produkte hinweg konsistente Informationen zu gewährleisten. Die Europäische Kommission führt CosIng, ihre Datenbank für kosmetische Inhaltsstoffe und deren Bezeichnungen.

(single-market-economy.ec.europa.eu)

Manche Namen mögen fremd erscheinen, weil es sich um standardisierte wissenschaftliche oder botanische Bezeichnungen handelt.

Das macht sie nicht automatisch bedenklich.

Wo sollten Sie anfangen?

Sie müssen nicht die gesamte Liste auf einmal analysieren.

Beginnen Sie mit drei Fragen.

1. Was soll das Produkt bewirken?

Ein Reinigungsprodukt, eine Feuchtigkeitscreme und eine Haarspülung enthalten natürlich unterschiedliche Arten von Inhaltsstoffen.

2. Welche Inhaltsstoffe stehen weit vorne?

Inhaltsstofflisten führen die Bestandteile im Allgemeinen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts auf, bis eine Konzentration von 1 % oder weniger erreicht ist; danach können Inhaltsstoffe nach den EU-Kosmetikregeln in beliebiger Reihenfolge gelistet werden. (single-market-economy.ec.europa.eu)

3. Gibt es etwas, das Sie persönlich vermeiden müssen?

Dies könnte ein bekanntes Allergen sein oder ein Inhaltsstoff, auf den Sie in der Vergangenheit reagiert haben.

Was bedeuten all diese Namen?

Inhaltsstoffnamen können sehr unterschiedliche Dinge beschreiben.

Ein Inhaltsstoff kann enthalten sein, um:

- Feuchtigkeit zu spenden

- zu reinigen

- die Haut geschmeidig zu machen

- die Textur zu verdicken

- zu konservieren

- zu stabilisieren

- Duft zu verleihen

- Farbe zu verleihen

- die Haptik zu verbessern

Nicht jeder Inhaltsstoff ist dazu da, einen direkten Hautpflege-„Nutzen“ zu bieten.

Einige sind enthalten, damit die Formel stabil bleibt, angenehm in der Anwendung ist oder während der vorgesehenen Haltbarkeit sicher bleibt.

Das ist ganz normale Formulierungswissenschaft.

Bedeutet ein langer chemischer Name, dass etwas schlecht ist?

Nein.

Dies ist einer der häufigsten Fehler beim Lesen eines Etiketts.

Alles in einem kosmetischen Produkt besteht aus chemischen Substanzen, auch Inhaltsstoffe, die von Pflanzen stammen.

Ein komplizierter Name sagt Ihnen nicht, ob ein Inhaltsstoff sicher oder nützlich ist.

Ebenso garantiert ein einfacher Name nicht, dass ein Inhaltsstoff für jeden verträglich ist.

Der Name ist ein Ausgangspunkt, kein Sicherheitsurteil.

Was ist mit natürlichen Inhaltsstoffen?

Ein botanischer oder natürlich klingender Inhaltsstoff kann bei manchen Menschen dennoch Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen.

Die Forschung hat zahlreiche natürlich gewonnene kosmetische Inhaltsstoffe mit allergenem Potenzial identifiziert. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)

Anstatt also zu fragen:

„Ist das natürlich?“

ist eine nützlichere Frage:

„Was ist dieser Inhaltsstoff und was wissen wir darüber?“

Was sagt die Wissenschaft?

Starke Belege

Inhaltsstofflisten liefern wichtige Informationen darüber, was ein kosmetisches Produkt enthält, und EU-Vorschriften legen Anforderungen an die Benennung und Kennzeichnung kosmetischer Inhaltsstoffe fest.

(single-market-economy.ec.europa.eu)

Begrenzte Belege

Eine Inhaltsstoffliste allein kann nicht genau vorhersagen, wie ein Produkt auf der Haut jedes Einzelnen wirken wird.

Sie sagt auch nichts über den Herstellungsprozess oder die Herkunft aus, es sei denn, diese Informationen werden separat bereitgestellt.

Nicht bewiesen

Sie können nicht zuverlässig feststellen, dass ein Produkt:

- sicherer ist, weil es weniger Inhaltsstoffe hat

- besser ist, weil es mehr natürliche Inhaltsstoffe enthält

- schlechter ist, weil ein Inhaltsstoff einen wissenschaftlichen Namen trägt

- wirksamer ist, bloß weil ein bestimmter Inhaltsstoff weit oben in der Liste steht

Der gesamte Kontext ist entscheidend.

Ein einfacher Weg, jedes Etikett zu lesen

Versuchen Sie diesen fünfstufigen Ansatz:

1. Lesen Sie das Produktversprechen.

Was verspricht das Produkt tatsächlich?

2. Überfliegen Sie die Inhaltsstoffliste.

Suchen Sie nach Inhaltsstoffen, die Sie erkennen, und solchen, die Sie nicht kennen.

3. Überprüfen Sie unbekannte Namen.

Verlässliche Inhaltsstoff-Datenbanken können helfen zu erklären, wofür ein kosmetischer Inhaltsstoff verwendet wird.

4. Denken Sie an Ihre eigene Haut.

Ein Produkt, das bei einer Person gut funktioniert, muss für eine andere nicht geeignet sein.

5. Achten Sie auf Belege, nicht nur auf Marketing-Sprache.

Eine schöne Geschichte über einen Inhaltsstoff ist nicht dasselbe wie wissenschaftliche Evidenz.

Worauf Sie achten sollten

Gute Transparenz bei Inhaltsstoffen bedeutet nicht, jeden Stoff aufregend klingen zu lassen.

Es bedeutet, Dinge klar zu erklären.

Achten Sie auf:

- eine vollständige Inhaltsstoffliste

- klare Produktinformationen

- spezifische Angaben

- realistische Erwartungen

- Erklärungen, die nicht auf Angst basieren

Seien Sie vorsichtig bei Aussagen, die suggerieren, dass ein einziger Inhaltsstoff für alle Vorteile eines Produkts verantwortlich ist.

Hautpflege ist meist komplizierter als das.

Sicherheit

Wenn Sie wissen, dass Sie auf einen bestimmten Inhaltsstoff allergisch oder empfindlich reagieren, kann die Überprüfung der Liste sehr nützlich sein.

Wenn ein Produkt eine starke oder anhaltende Reaktion hervorruft, verwenden Sie es nicht weiter und suchen Sie ärztlichen Rat.

Gehen Sie nicht davon aus, dass „natürlich“, „clean“ oder „parfümfrei“ automatisch bedeutet, dass ein Produkt für jeden geeignet ist.

Jede Haut kann individuell unterschiedlich reagieren.

Fünf FAQs

Was ist eine INCI-Bezeichnung?

INCI steht für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients. Diese standardisierten Namen helfen dabei, Inhaltsstoffe auf Kosmetiketiketten einheitlich zu identifizieren.

Sind die Inhaltsstoffe nach ihrer Menge sortiert?

Im Allgemeinen werden Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts aufgeführt, bis eine Konzentration von 1 % oder weniger erreicht ist. Für Inhaltsstoffe unterhalb dieser Grenze gibt es spezifische Regeln.

(single-market-economy.ec.europa.eu)

Bedeutet ein langer Name, dass der Inhaltsstoff unsicher ist?

Nein. Die Länge oder Komplexität eines Namens sagt nichts über die Sicherheit aus.

Sind natürliche Inhaltsstoffe immer besser?

Nein. Natürliche Inhaltsstoffe können nützlich sein, aber ein natürlicher Ursprung garantiert weder Sicherheit noch Wirksamkeit.

Muss ich jeden Inhaltsstoff verstehen?

Nein. Beginnen Sie mit dem Zweck des Produkts, den Hauptinhaltsstoffen und allem, was für Ihre persönlichen Empfindlichkeiten relevant ist.

Sie müssen nicht alles wissen

Beim Lesen einer Inhaltsstoffliste geht es nicht darum, über Nacht zum Kosmetikchemiker zu werden.

Es geht darum, ein wenig neugieriger zu werden.

Anstatt einen unbekannten Namen zu sehen und sofort anzunehmen, er sei gut oder schlecht, halten Sie inne und fragen Sie:

Was ist das?

Warum ist es enthalten?

Was sagen die Belege dazu?

Diese kleine Änderung in der Herangehensweise kann dazu führen, dass sich Etiketten von Hautpflegeprodukten viel weniger verwirrend anfühlen.

Und es passt zu dem, was Clekina wichtig ist: ehrliche Kommunikation über Inhaltsstoffe ohne unnötige Angstmacherei oder übertriebene Versprechen.